Vereinsgeschichte

Geschichte des Turnvereins „Eintracht“ 1898 Lünern/Stockum e.V.

Der Anfang des TV „Eintracht“ wurde am 3.Juli 1898 gemacht. An diesem Tage fand ein Treffen interessierter Sportler in Lokal Meininghaus statt. Ein provisorischer Vorstand arbeitete eine Satzung aus. Aus dieser Initiative fand am 24.Juli 1898 die Gründungsversammlung des Vereins statt. 1. Vorsitzender war Heinrich Stratmann. Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Mitglieder des Vereins wie folgt zusammen: 1. Turner, 2. „Turnfreunde“, 3. Zöglinge und 4. Ehrenmitglieder. In dieser Zeit gab es auch nur männliche Mitglieder. Ein Problem war die passende Kleidung für weibliche Mitglieder. Im Gegensatz zu anderen Lünernen Vereinen gewährte jedoch der TVE etwa 25 Jahre vor den anderen Vereinen Mitwirkungsmöglichkeiten für Frauen. Ursache für den Aufschwung der Turnbewegung gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die zunehmenden Haltungs- und Gesundheitsschäden vor allem in der jüngeren Generation. Bis zum Jahre 1921 war der Verein keiner Vereinigung beigetreten. In diesem Jahr beschloss man dem Verband der „Freien Deutschen Turnerschaft“ beizutreten. Die erste Sportveranstaltung in der Art eines Turnfestes wurde am 20.Mai 1900 durchgeführt. Dies war gleichzeitig das 1. Stiftungsfest. Hierzu wurden die umliegenden Vereine eingeladen. Als „Uniform“ trugen die Turner weiße Hosen und Turnhemden mit den „vier F“ (frisch, fromm, fröhlich, frei) sowie „Vereinsmützen“. Ende 1910 hatte der Verein 45 Mitglieder.

In dieser Zeit wurden auch Vereinsmitglieder aus dem Verein „gefeuert“. Die Trainingszeiten betrugen 2-mal wöchentlich 2 Stunden. Im Winter einmal pro Woche. Ein bedeutender Bestandteil des damaligen Vereinslebens waren die zahlreichen Feiern und „gemütlichen“ Zusammenkünfte. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 wurden viele der Aktiven Sportler ins Feld gezogen. Wegen Mangel an Mitgliedern fand die nächste Mitgliederversammlung erst am 11. August 1918 statt. Auch die Inflation hat in der Vereinsgeschichte des TVE nicht haltgemacht. So wurde der Jahresbeitrag im Jahr 1920 für Erwachsene von 4 auf 10 Mark erhöht. Im Sept. 1922 auf 200 Mark, im April 1923 auf 8000 Mark. Im Oktober 1923 wurde ein Monatsbeitrag von 20 Mio. Mark erhoben. Mit Einführung der Rentenmark 1924 wurde der Jahresbeitrag wieder auf 4 Mark festgelegt.

Im Jahre 1925 wurde erstmals angeregt den Verein als e.V. eintragen zu lassen. Dies geschah letztendlich aber erst 1966. Da im Turnverein kein Ballsport getrieben wurde, entstand 1919 der Fußballverein SUS Lünern. Im Turnverein wurde 1930 dagegen eine Handballmannschaft aufgestellt. Diese bestand zum Großteil aus Spielern die II. Mannschaft des SUS. Schon hier waren die ersten „herzlichsten“ Beziehungen zwischen den beiden Vereinen. Im Jahre 1933 mussten sich die beiden Vereine vereinigen. Dies geschah am 29. Okt 1933. Hier wurde die TuS Lünern gegründet.

In Laufe der Kriegsjahre kam es zu Höhen und Tiefen im Vereinsleben. Zwischenzeitlich wurde die Abteilung Turnen und Handball teilweise aus dem TUS ausgeschlossen. Anfang 1943 kam jedoch jegliche Vereinstätigkeit zum Erliegen. Erst 1946 wurde der Turn- und Handballbetrieb des TV „Eintracht“ wiederaufgenommen. Erstmals traten auch Mädchen und Frauen dem Verein bei. 1948 bestand die Handballabteilung aus 3 Mannschaften (Männer, Frauen, Jugend). Auch der Turnbetrieb wurde wiederaufgenommen.

Zum 50. Jubiläum zählte der Verein allein 188 Turner und Turnerinnen. In den darauffolgenden Jahren ging es mit dem Turnen wieder bergab. Zwischenzeitlich wurde der Turnbetrieb teilweise sogar eingestellt. Im Jahre 1953 trafen sich die Vorstände des TVE und des SUS. Auf der Tagesordnung stand unter anderem auch der Punkt der Vereinigung beider Vereine. Dies wurde jedoch wieder abgelehnt. Im darauffolgendem Jahr mußte auch die Handballmannschaft mangels Masse zurückgezogen werden. Im Verein wurde so gut wie kein Sport getrieben. Daraufhin wurde massiv daran gearbeitet, neue aktive Mitglieder zu bekommen. 1955 konnte zumindest wieder eine Handballmannschaft für die Meisterschaftsspiele aufgestellt werden. Auch 1955 stand die Vereinigung der beiden Vereine SUS und TVE auf der Tagesordnung. Dies wurde jedoch abermals mit einer Gegenstimme abgelehnt. Nach erfolgreichen Jahren der Handballmannschaft wurde auch diese 1960 aufgrund von Veralterung eingestellt. Gleichzeitig wurde auch das Vereinslokal „ter Horst“ geschlossen.

In der Jahren 1960-1962 wurde kein Sport getrieben. Es wurden sogar die Sportgeräte und -utensilien verkauft. Die Aktivitäten bestanden nur noch aus Teilnahmen an der Volkstrauertagszeremonie, Gratulationen oder Krankenbesuchen. Sportliche Aktivitäten fanden nicht mehr statt. Grund dafür war, dass in Lünern/Stockum kein Raum verfügbar war, der als Turnhalle hätte dienen können. Es schien das Ende des Vereines eingeläutet zu sein. Wie der Zufall es jedoch wollte, wurde im Frühjahr 1963 der Saal des Lokals Schetter frei und konnte dem TVE zur Verfügung gestellt werden.

Am 9. Mai 1963 wurde eine Kinderriege aufgestellt. Schon zur ersten Trainingsstunde kamen 26 Mädchen und 23 Jungen. Im Laufe der Zeit stieg diese Anzahl und 1964 konnte bereits an Leichtathletik Wettkämpfen teilgenommen werden. 1964 wurde auch eine Gruppe für Frauenturnen aufgestellt. Der TVE trat dem Deutschen Turnerbund bei. Aber auch das Vorhandensein eines Saales, in dem der TVE seinen Turnbetrieb durchführen konnte, war die Nutzung auch beeinträchtigt. Auch konnte der Saal in vielerlei Hinsicht nicht die Standards einer Sporthalle erfüllen. So wurde erfreut aufgenommen, dass der Gemeinderat beschlossen hatte anstelle der alten Schule eine Sporthalle zu bauen. Diese wurde am 20. Oktober 1967 eingeweiht. Zum ersten Mal seit fast 70 Jahren Vereinsgeschehen stand dem TVE eine Übungsstätte, die seinen Ansprüchen zunächst gerecht wurde, zur Verfügung.

Mit der Turnhalle wurde auch wieder mit dem Aufbau einer Handballabteilung begonnen. Zunächst war es nur eine Schülermannschaft. In der Turnhalle konnte auch ein kontinuierliches Leichtathletik-Training absolviert werden. Dies hatte zur Folge, daß 1970 diese Sparte Einzug in den TVE zog. 1971 erfolgte der Beitritt in der Deutschen Leichtathletik Verband. Hier wurden von nun an auch das Deutsche Sportabzeichen abgenommen.
In diesem Jahr vollzog sich auch die Aufstellung einer Völkerball-Mannschaft, die zum Jubiläum des TV Mühlhausen/Uelzen antreten sollte. Doch es blieb nicht dabei. Die Spielerinnen hatten gefallen an dieser Sportart gefunden und aus der „Hobbyrunde“ entwickelte sich bis heute eine Wettkampfsportart. Hier konnten die Damen auch eine Unzahl von lokalen und regionalen Meisterschaften für sich entscheiden.

1970 wurde auch innerhalb der Turnabteilung eine Männerriege gegründet, aus der sich 1974 eine Volleyballabteilung konstituierte.

Durch den Hallenbau erhielt der TVE einen enormen Aufschwung. Von 102 Mitgliedern 1968 betrug die Mitgliederzahl 1973 bereits 330. Es wurden auch wieder außersportliche Aktivitäten veranstaltet. Neben Nikolaus- und Weihnachtsfeier wurden auch Jugenddiscos durchgeführt.

Im Sommer ging es zur Familienfreizeit an den Lengster Strand/Ostsee. 1976 wurde dann die Abteilung Schwimmen gegründet. In diesem Jahr wurde auch das Lehrschwimmbecken in Lünern eröffnet und diente dem TVE als Trainingsstätte. Die Abteilungen entwickelten sich in den 80er Jahren unterschiedlich. Die Leichtathletik konnte ihre Leistung stetig ausbauen. 1987 wurden mit dem TuS Hemmerde und dem TuS Bönen eine Leichtathletik-Gemeinschaft (LG Unna/Bönen) gebildet.

Zahlreiche Meisterschaften wurden durch den TVE ausgerichtet.
Die Handballabteilung entwickelte sich bis um 1980 positiv. 1981 war die 1. Mannschaft aber am Ende der Liga. Hier war die Rede von einer Abteilungsfusion mit einem anderen Verein. Ähnliche Absichten hatten auch die Spieler von Rot-Weiß Unna. So schlossen sich 1981 die beiden Abteilungen zur Handball-Spiel-Gemeinschaft (HSG) Unna/Lünern zusammen. Die Spieler blieben dabei Mitglied in den jeweiligen Verein. Diese Spielgemeinschaft existiert auch heute noch.
Die Volleyballer gingen 1982 auseinander. Die Völkerballerinnen hingegen wurden 1985 Westfalenmeister, die Jugend holte Bronze. Auf nationaler Ebene wurde der vierte Rang erzielt.

International bekannt wurde der TVE durch seine Volksläufe „Rund um Lünern“. Aufbauend auf diese Erfahrungen wurde 1989 dem TVE die Ausrichtung der 3. Deutschen Meisterschaft im 100 Km Lauf des Deutschen Leichtathletik Verbandes übertragen. 300 Teilnehmer gingen an den Start. Hier wurde auch ein neuer Weltrekord auf der 100 km Strecke gelaufen. Anders als bei 100 km Lauf, wo nur qualifizierte Läufer starten konnten, war zwei Jahre später das Gauturnfest, das durch den TVE durchgeführt wurde. Dies war eine Breitensportveranstaltung bei der fast 1800 Sportler an den Start gingen.

Seit Bestehen des TVE hatte der Verein 33 1. Vorsitzende. Lässt man hierbei die zwei TVE-Leiter mit verhältnismäßig langer Amtszeit aus der Berechnung heraus, ergibt sich eine durchschnittliche Amtszeit von 2 Jahren. Dies ist auf zwei Ursachen zurückzuführen. Erstens musste der 1. Vorsitzende „aktiver Turner“ sein, zweitens wegen der längeren Arbeitszeit seinerzeit. Hierdurch erschwerte sich die Vereinsführung, da im Zweijahresrhythmus der gesamte Vorstand gewählt wurde. Dies änderte sich als 1978 die Satzung dahingehend abgeändert wurde, dass der Vorstand in zwei Gruppen geteilt wurde. Daraus ergab sich, das immer nur eine Hälfte des Vorstandes neu gewählt wurde, das Wissen jedoch in der anderen Hälfte vorhanden war.

Trost der kleinen „Dissonanzen“ zwischen dem TVE und dem SuS konnte man das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen in den Letzen zwei Jahrzehnten als gut bezeichnen. Aus diesen Grund konnte in Jahre 1984 gemeinsam mit dem Bau eines Sportlerheims angefangen werden. Bis auf das Baumaterial, welches durch die Stadt Unna gestellt wurde, wurde diese durch die beiden Vereine in ehrenamtlicher Tätigkeit erbaut. 1987 konnten beide Verein das neue Heim in Besitz nehmen.
Auch konnte durch eine Initiative des TVE das Lehrschwimmbecken erhalten werden. So wurde eine Interessengemeinschaft gebildet, die im September 1996 durch den Förderverein „Hellweg-Bad e.V.“ abgelöst wurde. Bis zum heutigen Tag finanziert sich diese Einrichtung alleine.

Die sportliche Palette des TV „Eintracht“ wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert.
In 1999 wurde das Angebot um den Bereich Judo erweitert, in 2001 ist der Verein dem Petanque/ Boule Verband beigetreten.

Im Jahre 2001 wurde nach längerer „Durststrecke“ die Leichtathletik mit Kindern im Grundschulalter wieder eingerichtet.
Weiterhin wurde mit der Trendsportart Inlineskaten über Kurse mit Kindern und Erwachsenen bis hin zu der 1. UnnaSkating Tour das Angebot erweitert.

Durch den LSB wurde dem TVE im Jahre 2001 das Prädikat „Kinderfreundlicher Sportverein mit Auszeichnung“ ausgesprochen.
In 2008 wurde die Abteilung Turnen geteilt. Da in dieser Abtl. immer mehr Tanzgruppen zu finden waren, wurden diese in eine separaten Abteilung Tanzen geführt

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